Schulterschluss von Realschulen und Beruflichen Schulen Ulms

 

Pressemeldung

Die drei Realschulen und die vier Beruflichen Schulen in Ulm unterzeichneten am 9. Juni in der Valckenburgschule Ulm eine gemeinsame Bildungspartnerschaft. Damit soll deren Kooperation weiter ausgebaut und gestärkt werden. Beispielsweise sollen die Übergänge von den Realschulen an die verschiedenen Beruflichen Schularten besser vorbereitet und gesteuert werden: In der Kooperationsvereinbarung bieten die Beruflichen Schulen Hospitationstage für interessierte Realschüler aus Klasse 9 an. Dort hospitieren sie in verschiedenen Schularten der Beruflichen Schulen in deren Kern- und Profilfachbereichen, so zum Beispiel auch an den Beruflichen Gymnasien. Es werden ihnen von Schülerscouts und Lehrkräften die Möglichkeiten, Ziele und Zugangsvoraussetzungen der Beruflichen Schulen erklärt und Nachfragen beantwortet. Die Teilnehmer an diesem Hospitationstag erhalten eine Teilnahmebestätigung. Darüber hinaus können Lehrkräfte der Realschule bei den jeweiligen Beruflichen Schulen Hospitationen für Klassen bzw. Unterrichtsgruppen anfragen und durchführen. Ebenso können Lehrkräfte der Beruflichen Schulen in der Realschule hospitieren und ggfs. in Zusammenarbeit mit einer Lehrkraft Unterrichtsstunden vorbereiten und durchführen. Das professionelle Knowhow der Beruflichen Schulen kann von Schülern und Lehrkräften der Realschule für einzelne Projekte angefragt und einbezogen werden,

"Die Realschulen und die Beruflichen Schulen haben vieles gemeinsam: Zum Ideal der erweiterten und vertieften Allgemeinbildung kommt bei beiden eine gesunde Portion Realismus durch Praxis- und Berufsweltbezug hinzu, welcher eine berufliche Entscheidungsfindung für eine Berufsausbildung oder für eine Weiterbildung an einem Berufskolleg oder an einem Beruflichen Gymnasium unterstützt", erklären David Langer, Schulleiter der Albert-Einstein-Realschule Ulm-Wiblingen und Initiator dieser Bildungspartnerschaft und Lorenz Schulte, Schulleiter der Ferdinand-von-Steinbeis-Schule den inneren Zusammenhang ihrer beider Schulen. "Dadurch hebt sich dieser Weg zur Allgemeinen Hochschulreife deutlich vom acht- oder neunjährigen allgemeinbildenden Gymnasium ab. Man kann sagen, Realschule und Berufliches Gymnasium sind durch die aufeinander aufbauenden Bildungsgänge als natürliche Partner zusammen ein G9 Plus, weil zur vertieften Allgemeinbildung das berufliche Schwerpunktprofil hinzukommt", führen Gerhard Braunsteffer, Geschäftsführender Schulleiter für die Beruflichen Schulen, und Lothar Beck, Schulleiter der Valckenburgschule, weiter aus.

Darüber hinaus hebt Braunsteffer für die soeben unterzeichnete Kooperationsvereinbarung hervor, "dass bei der Kooperation auch das duale Berufsausbildungssystem nicht aus den Augen verloren wird und einen Schwerpunkt darstellt.“

Schulamtsdirektor Wilhelm Hitzler und der Ulmer Abteilungsleiter Bildung und Sport Gerhard Semler würdigten diese Bildungspartnerschaft als "einzigartig".

"Meiner Wahrnehmung nach stehen viele Abiturienten von allgemeinbildenden Gymnasien nach dem Abitur und teilweise sogar nach dem Studium relativ orientierungslos vor der Masse an beruflichen Möglichkeiten, wenn sie nicht gelernt haben, sich an ihnen selbst und den eigenen Stärken in Beziehung zur Umwelt zu orientieren. Da nützt alle hoch gebildete Studierfähigkeit nichts, wenn ich damit nichts anzufangen weiß", erklärt Langer seine Motivation für diese verstärkte Kooperation weiter. "Wir sehen in unserem 6 + 3 - Modell mindestens so viel Zukunftsfähigkeit wie im derzeit laufenden Schulversuch des neunjährigen allgemeinbildenden Gymnasiums, weil die berufliche Schwerpunktsetzung Orientierung verschafft und somit die Anschlussfähigkeit nach dem Abitur gesicherter ist", so Langer weiter.

Foto: Matthias Kessler/Südwest Presse.

Vorne sitzend von links nach rechts: Siegfried Groß (Friedrich-List-Schule), Lothar Beck (Valckenburgschule), Lorenz Schulte (Ferdinand-von-Steinbeis-Schule), Gerhard Braunsteffer (Robert-Bosch-Schule), David Langer (Albert-Einstein-Realschule), Wolfgang Stallasch (Anna-Essinger-Realschule), Eugen Epp (Elly-Heuss-Realschule).

 

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