"Der Müllbunker war richtig cool!" - Energieerzeugung live erleben

Die Klassen 5 und 6 der Albert-Einstein-Realschule Wiblingen besuchten das Müllheizkraftwerk Donautal und das Heizkraftwerk Magirusstraße. Die rund 240 Schüler ließen sich die Technik erklären und staunten über die Dimensionen.

Dabei kam auch der Dialog mit den FUG-Mitarbeitern über Müllvermeidung, Mülltrennung und die Energiewende nicht zu kurz.

Die Schüler/-innen Franziska Schneider, Philipp Weiß, Lazar Savic und Mette Szabo, alle Klasse 6a, erzählen begeistert:

"Im Müllheizkraftwerk hat man uns gezeigt, wie man den Müll verbrennt und was am Schluss dabei herauskommt, nämlich Gips, Schlacke und Salz. Die Abgase sind durch die Rauchwäsche und viele Filter ganz sauber.

Wir mussten alle grüne Helme aufsetzen, was sehr lustig aussah. Anschließend bekamen wir noch Kopfhörer, damit wir den Mitarbeiter, der uns führte, verstehen konnten und durften dann mit ihm das ganze Werk besichtigen.

In der Überwachungszentrale hingen ganz viele Bildschirme mit allen wichtigen Informationen. Den riesigen Müllbunker zu sehen, war richtig cool. Dort herrscht Unterdruck, damit kein Gestank nach außen dringt. Ein Greifarm mischt den Müll, damit er gut brennt und wirft ihn dann in die Brennkammer. In die durften wir durch eine Klappe auch gucken und sahen ein riesiges Feuer. Mit der Wärme wird Strom produziert und Wasser für die Fernwärme aufgeheizt.

In einem Vortrag am Schluss haben wir gelernt, dass es trotzdem besser ist, Müll zu vermeiden und deswegen Vesperboxen und Glasflaschen zu benutzen.

Insgesamt fanden wir den Besuch richtig toll. Es hat Spaß gemacht!"

Die frühzeitige Umweltbildung der Schüler ist eine wichtige Aufgabe der ganzen Gesellschaft. Auch die Fernwärme Ulm leistet dazu seit vielen Jahren ihren Beitrag. Mit Kraftwerksführungen und dem Projekt „Umwelt macht Schule“ unterstützt der Energiedienstleister seit vielen Jahren die Ulmer Schulen und macht so die regenerative Strom- und Wärmeerzeugung erlebbar.

Bei der Führung durch das Müllheizkraftwerk schauten die Schüler durch den Boden der gläsernen Krankanzel tief hinab in den riesigen Müllbunker. Anschließend konnten sie die Leitwarte besichtigen, von wo das Kraftwerk gesteuert wird. Schließlich noch ein Blick durch die Schauluke in den Feuerraum des Kessels. Dort wird der Müll auf einem treppenförmig angeordneten Rost bei bis zu 1.000 Grad Celsius verbrannt bis nur noch graue Schlacke bleibt. Besonders beeindruckend für die Schüler war die sehr aufwendige 5-Stufige Rauchgasreinigung und die Onlineübermittlung der sämtlicher Umweltdaten an die Überwachungsbehörde. Regelrechtes Erstaunen war zu spüren als erläutert wurde, dass die gesamte Anlage überhaupt keinen Abwasseranschluss hat, sondern sämtliche Abwässer intern wieder aufgearbeitet werden.

Mit der Verbrennung des Mülls wird Wärme erzeugt, die zur Produktion von Strom und Fernwärme genutzt wird und damit große Mengen an fossilen Brennstoffen wie Heizöl oder Erdgas einspart.

Mit dem Bau des Biomasseheizkraftwerks an der Magirusstraße wurden bereits 2002 die richtigen Weichen zur Energiewende in Ulm gestellt. In der Welt der erneuerbaren Energien ist Biomasse eine der wenigen verfügbaren, klimaneutralen Energieträger, die eine speicherbare Energiequelle darstellen. Heute werden bei der FUG mehr als 60% regenerative Brennstoffe eingesetzt.

Bei dem rund zweistündigen Rundgang durch die Anlage wurde den Schülern nahegebracht, wie ein Biomasse-Heizkraftwerk mit Kraft-Wärme-Kopplung funktioniert und damit jedes Jahr ca. 160.000 Tonnen CO2 einspart werden. Von der Eingangswaage über die beeindruckenden Lagersilos zum 30 m hohen Kessel- und Maschinenhaus bis hin zur Rauchgasreinigung und Schlackebox, konnten die sehr aufmerksamen Schüler den Weg der Holzhackschnitzel durch die gesamte Anlage kennenlernen. Zum Schluss waren sich alle Teilnehmer einig: Hier wird die Energie der Zukunft erzeugt.

 

 

 

 

 

 

 

Die Fernwärme Ulm GmbH

An der Fernwärme Ulm GmbH (FUG) sind die EnBW und die SWU GmbH (SWU) mit jeweils 50 % beteiligt. Neben einem 2004 in Betrieb genommenen hochmodernen Biomasse-Heizkraftwerk betreibt die FUG das Heizkraftwerk Magirusstraße und die Heizwerke Fort Albeck und Daimlerstraße. In 2011/2012 hat die FUG ein weiteres Biomasse-Heizkraftwerk an der Blau investiert. Der Regelbetrieb wurde im Herbst 2012 aufgenommen. Zur Versorgung ihrer Kunden mit umweltschonender Fernwärme unterhält sie ein rund 170 Kilometer langes Leitungsnetz und deckt damit ca. 50 % des Raumwärmebedarfs in Ulm ab. Darüber hinaus hat der Zweckverband Thermische Abfallverwertung Donautal die FUG mit der Betriebsführung des Müllheizkraftwerks beauftragt. Durch verschiedene Investitionsprogramme und umfangreiche Nachrüstmaßnahmen an den bestehenden Kraftwerksanlagen leistet die FUG einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung der Schadstoffbelastung in Ulm.

 

Neben der Fernwärmeversorgung betreibt die FUG auf dem Oberen Eselsberg auch ein 4 km langes Kältenetz zur Versorgung des Science Park II und III.

 

Jahreskennzahlen Geschäftsjahr 2015/2016

Umsatzerlöse:                    57 Mio. €

Hausanschlüsse:                3009

Mitarbeiter:                       200